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Liebe Besucher meiner Homepage!

An dieser Stelle möchte ich ein paar allgemeine Überlegungen zur Reisefotografie anstellen
aber auch einige konkrete Tipps geben. Natürlich alles ohne Gewähr.
 
Viel Spaß beim Lesen!



Über folgende Themen möchte ich »sprechen« :

     Vom knipsenden Reisenden zum reisenden Fotografen ->
     Motivbereiche bei der Reisefotografie ->
     Tipps zu Ausrüstung und Technik ->
     Motivsuche und Bildgestaltung ->
     Motivbereiche im Einzelnen:
       - Landschaften fotografieren ->
       - Städte & Bauwerke fotografieren ->
       - Personen fotografieren incl. rechtl. Hinweise ->
       - Tiere fotografieren ->
       -  Kleine Objekte fotografieren ->
     Nachbearbeitung der Bilder am PC ->



Vom knipsenden Reisenden zum reisenden Fotografen
  

Auf Reisen wird am häufigsten fotografiert. Sicher liegt es an fremden und neuen Eindrücken und dem Wunsch diese in Bildern festzuhalten. Wer jedoch mehr als nur ein paar Erinnerungsfotos machen möchte, sollte sich schon im Voraus einige Gedanken zu dem Thema machen. Neben der richtigen Ausrüstung ist es vor allem der Faktor Zeit, der über den Unterschied zwischen einfachen Erinnerungsfotos und gelungenen Aufnahmen vom Reiseland entscheidet. Gute Motive findet man nicht im Vorübergehen und selbst wenn man eines entdeckt hat, ist man nicht immer zum richtigen Zeitpunkt vor Ort. Vielleicht steht in einigen Stunden die Sonne günstiger oder das Wetter spielt gerade nicht mit. In dem Fall kann man ein mittelmäßiges Bild mit nach Hause bringen, das niemanden vom Hocker reißt und früher oder später im Papierkorb landet, oder man kommt später noch einmal wieder. Auf den richtigen Moment muss man oft stunden- oder tagelang warten. Natürlich muss jeder selbst entscheiden, ob für ihn (sie) dieser Aufwand gerechtfertigt und unter den gegebenen Bedingungen überhaupt möglich ist. Wenn man in wenigen Stunden den Rückflug antreten muss, kann man natürlich nicht am nächsten Tag wiederkommen. Ich will damit nur sagen, dass besondere Bilder selten nebenbei entstehen. Als ich zum Beispiel vor einigen Jahren in der Schweiz einen Tagesausflug auf den Pilatus machte, fuhr ich mit der Zahnradbahn dort hinauf. Sitzt man nicht zufällig auf der richtigen Seite oder ist man zu schnell an einem vorher nicht bekannten Motiv vorbei, muss man die Tour halt noch mal machen, um die gewünschten Bilder zu bekommen. 


 

                                                                           Aufgenommen während der Fahrt mit der Zahnradbahn auf den Pilatus

 

Vergleicht man seine Bilder später mit denen in Bildbänden oder Magazinen, kommt man vielleicht zu der Auffassung, dass der Fotograf eben Glück hatte und zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war. Was man dem Bild natürlich nicht ansieht, ist, dass der Fotograf vielleicht dreimal wiederkommen musste. Oder er hatte wirklich Glück. Man kann dem »Fotografenglück« aber durch überlegte Planung auch ein wenig unter die Arme greifen. Schauen Sie sich Bildbände und Magazine von Ihrem Urlaubsziel vorher an und überlegen Sie, zu welcher Tageszeit Sie welches Motiv aufsuchen. Landkarten sind hierbei ebenfalls hilfreich. Das Bild von den Wissower Klinken auf Rügen ist am frühen Vormittag entstanden. 


 

Die Wissower Klinken


Ich wusste anhand der Autokarte, dass die Sonne zu diesem Zeitpunkt richtig stehen würde. Nachmittags wäre das Licht ungünstig gewesen. Auch die Suche nach dem richtigen Aufnahmestandort spielt eine Große Rolle. Hier können schon wenige Meter darüber entscheiden, ob es ein mittelmäßiges oder ein besonderes Foto wird.  Übrigens, auch wenn es lästig und umständlich ist: ein Stativ ist sehr hilfreich bei der bewussten Bildgestaltung. Es genügt ein leichtes Karbonstativ. Aber ich will an dieser Stelle nicht dem Thema »Ausrüstung« vorgreifen.



Motivbereiche bei der Reisefotografie

Die Reisefotografie ist unglaublich vielfältig. Es gibt kaum einen fotografischen Bereich, der bei der Reisefotografie keine Rolle spielt.


An erster Stelle ist wohl die Landschaftsfotografie zu nennen. Fremde Landschaften üben einen ganz besonderen Reiz aus und gelungene Landschaftsaufnahmen erfreuen sich großer Beliebtheit. Leider ist man gerade bei Landschaftsaufnahmen häufig enttäuscht. Woran das liegt, werde ich im Kapitel »Landschaften fotografieren« genauer beleuchten.  
An zweiter Stelle sei die Fotografie von Städten und Bauwerken zu nennen. Auch hier gibt es einiges zu beachten. Von der bereits erwähnten richtigen Tageszeit, über stürzende Linien bis hin zu rechtlichen Aspekten. Mehr dazu im Kapitel »Städte & Bauwerke fotografieren«
 
Rechtliche Aspekte spielen aber bei der Personenfotografie eine noch viel größere Rolle. Werden diese außer Acht gelassen, kann man sich große Probleme einhandeln, im schlimmsten Fall kann dies zu teuren Schadensersatzleistungen führen. 
Nun werden sicher einige von Ihnen sagen: ‚Für mich steht die Tierfotografie an erster Stelle’. Das muss natürlich jeder für sich entscheiden. Ich versuche hier nur eine Auflistung nach der wahrscheinlichsten Häufigkeit und ohne Garantie auf  Vollständigkeit vorzunehmen. Mehr zum Thema »Tierfotografie« wieder im entsprechenden Kapitel. 
 
Zu guter Letzt sei noch die »Makrofotografie« genannt. Ein faszinierender Bereich, der aber auf Reisen seltener zum Einsatz kommt. 
  

Um sich nicht zu verzetteln, sollte jeder für sich Schwerpunkte setzen. Dies muss natürlich auch bei der Ausrüstung berücksichtigt werden. 
 



Tipps zu Ausrüstung und Technik 

Wie schon erwähnt, ist die Reisefotografie extrem vielfältig. Selbst wenn man sich auf einige Bereiche konzentriert, benötigt man eine Ausrüstung, die an verschiedene Bedingungen anpassbar ist. Spiegelreflexkameras (auch SLR - Single Lens Reflex genannt) sind am flexibelsten und hierfür zweifellos die beste Wahl. Zumindest sollte es eine Kamera mit Wechselobjektiven sein. Heutzutage wird man sich sicher für eine digitale SLR entscheiden. Ich selber habe viele Jahre mit analogen Spiegelreflex- kameras fotografiert und mit dem Umstieg lange gezögert, da mir die Bildqualität der digitalen Kameras nicht genügte. Heute erreichen Bilder, die mit einer
D-SLR aufgenommen wurden, eine Qualität, wie sie zu analogen Zeiten mit Kleinbildkameras nicht oder nur unter sehr großem Aufwand zu erreichen waren. Kameras (gemeint sind Kleinbild D-SLRs) mit 12 Megapixel oder mehr liefern eine Bildqualität, wie sie in der analogen Fotografie Mittelformatkameras vorbehalten waren.

Häufig wird darüber diskutiert, wie viele Pixel (Megapixel) wirklich nötig sind. Sind z.B. 12 MP genug oder nicht? 

Nun, das hängt davon ab, was Sie mit den Bildern letztlich machen wollen. Wenn ich Bilder ins Internet stelle, werden die Bilder vorher von mir in Photoshop auf ca. 1000 x 700 Pixel heruntergerechnet. Eine Kamera mit einem 12 MP Sensor liefert also mehr als genug an Bildinformationen, selbst wenn man von der Aufnahme nur einen Ausschnitt verwendet. Ich betrachte übrigens die Möglichkeit, auf einfache Art Ausschnitte zu erstellen, als einen der größten Fortschritte der digitalen Fotografie. Kaum ein Bild, das sich durch einen Ausschnitt nicht verbessern ließe. Im Kapitel »Nachbearbeitung am PC« werde ich noch näher darauf eingehen. Auch für die Projektion der Bilder mit einem Beamer, sind 12 MP mehr als genug. Selbst mehrere tausend Euro teure Geräte haben heute nur eine Auflösung von 2-3 MP. Wie aber sieht es mit der Ansicht am PC aus? Betrachtet man die Bilder in normaler Bildschirmgröße (also nicht vergrößert, z.B. in der 100% Ansicht) so sind auch hier keine Probleme zu erwarten.

Etwas anders sieht die Sache aus, wenn die Bilder mit einem Fotoprinter gedruckt werden sollen. Hier spielt die Ausgabegröße und die damit zusammenhängende Druckauflösung eine entscheidende Rolle. Als grobe Richtlinie kann man Folgendes sagen: 360 dpi (Dots per Inch) erzeugen eine exzellente Druckqualität, eine höhere Auflösung schadet zwar nicht, ist aber von den meisten Druckern gar nicht zu verarbeiten. Bei 300 dpi erreicht man immer noch eine sehr gute Qualität. 240 dpi sind auch noch o.k., unter 150 dpi sollte man nach Möglichkeit nicht gehen. Was bedeutet das nun konkret für die Bildgröße? Ich drucke meine Bilder gerne in einer Größe von 23 x 16 cm auf Din-A4 Bögen. Damit erhalte ich eine ansprechende Bildgröße mit einem 2-3 cm breiten Rand. In diesem Fall ergibt sich bei einem 12 MP Bild (komplette Größe, also ohne Ausschnitt) eine Druckauflösung von ca. 450 dpi.  Bei einer Ausgabegröße von 30 x 45 cm sinkt die Druckauflösung aber bereits auf ca. 230 dpi, und bei einer Bildgröße von 40 x 60 cm sind wir schon bei mageren 170 dpi. Wohl bemerkt, bei der kompletten Bildgröße, also ohne Ausschnitt. Was heißt das für die Praxis? Drucktests von mir haben ergeben, dass das Druckbild bis 30 x 45 cm immer noch sehr gut ist, bei 40 x 60 cm aber die Grenze erreicht ist. Will man seine Bilder größer drucken, oder hat man einen Ausschnitt erzeugt, könnten ein paar Pixel mehr sicher nicht schaden. Auch wenn man seine Bilder in Zeitschriften oder Büchern veröffentlichen möchte, darf es gerne etwas mehr sein, denn beim Offsetdruck werden noch höhere Ansprüche gestellt.

Oft wird auch die Frage diskutiert:  APS-C Sensor oder lieber Vollformatsensor. Der Vollformatsensor hat eine Größe von 24 x 36 mm und entspricht damit dem analogen Kleinbildformat, während der APS-C Sensor mit einer Größe von 16,7 x 25,1 mm nur etwa halb so groß ist. Bei gleicher Pixelzahl ergibt sich dabei beim Vollformatsensor mehr Platz für die einzelnen Pixel, d.h. sie sind größer und damit lichtempfindlicher. Dies kommt dem Rauschverhalten und damit letztlich der Bildqualität zu Gute. Eine bessere Auflösung ergibt sich daraus allerdings nicht. Andererseits könnte man auch die Pixelzahl erhöhen und damit die Auflösung verbessern. Die Hersteller haben beide Varianten im Angebot. 
Wichtig dabei zu wissen ist, dass man beim kleineren Sensor für den gleichen Bildwinkel eine kürzere Brennweite benutzen muss. Benötigt man beispielsweise für ein bestimmtes Motiv bei einer Vollformatsensorkamera ein Objektiv mit einer Brennweite von 60 mm, so muss man für dasselbe Motiv beim gleichen Abstand bei einer Kamera mit APS-C Sensor ein 40 mm Objektiv verwenden. Man spricht hier gerne von einem Verlängerungsfaktor von 1,5 gegenüber dem Kleinbildformat. Bei einer kürzeren Brennweite ergibt sich aber bei gleicher Blende eine größere Schärfentiefe (ca. 50%). Das kann Vor- aber auch Nachteile haben. Jetzt hängt es davon ab, auf welche Motive man bei seiner Fotografie den Schwerpunkt legt. Wer gerne Personen fotografiert, wird mit einer Vollformatkamera glücklicher sein. Durch die geringere Schärfentiefe wird der Hintergrund eher in Unschärfe aufgelöst. Bei der Landschafts- oder  Städtefotografie ist eine größere Schärfentiefe allerdings sehr willkommen. Ich bin inzwischen sehr froh darüber, dass ich bei meiner Olympus E-30 sogar einen Verlängerungsfaktor von 2,0 gegenüber dem  KB-Format und damit eine um 100% größere Schärfentiefe habe.

Welche Kriterien sind sonst noch beim Gehäuse zu beachten? 

Robustheit ist auf Reisen wichtig. Achten Sie darauf, dass das Chassis Ihres Gehäuses möglichst aus einer Magnesiumlegierung besteht und gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet ist. Dennoch kann beim Objektivwechsel Staub ins Gehäuse eindringen, der sich schließlich auf dem Sensor festsetzen kann und zu fleckigen Bildern führt. Bei analogen Kameras wurde der Schmutz beim Filmstransport meistens automatisch entsorgt und führte nur im Ausnahmefall mal zu Problemen. Anders bei digitalen Kameras. Olympus hat als erster Hersteller auf dieses Problem reagiert und eine automatische Sensorreinigung in die Kameras integriert. Beim Einschalten der Kamera wird ein Staubfilter vor dem Sensor in Ultraschall-Schwingungen versetzt und schüttelt den Staub ab. Das funktioniert exzellent, ich habe jedenfalls bei meinen Kameras noch nie Probleme mit Staub auf dem Sensor gehabt. Andere Hersteller haben inzwischen nachgezogen und ähnliche Systeme in ihre Gehäuse eingebaut. Eine nicht vorhandene Sensorreinigung wäre für mich ein absolutes KO-Kriterium. Von einem Bekannten weiß ich, dass er früher alle paar Tage beiging und den Sensor mit Q-Tipps manuell reinigte. Oder man muss die Bilder später am PC mühsam mit dem Stempelwerkzeug ausflecken.  Weiterhin sollte das Gehäuse über eine Spiegelvorauslösung zur Vermeidung von Vibrationen beim Auslösen verfügen. Ist die SVA noch mit einem Zeitvorlauf gekoppelt, kann man unter Umständen sogar auf einen Drahtauslöser verzichten.  In Verbindung mit einem Stativ kommt man so mit großer Wahrscheinlichkeit zu unverwackelten Bildern. Bei Freihandaufnahmen ist ein Bildstabilisator hilfreich. Ist dieser wie bei Olympus ins Gehäuse integriert, steht er einem bei allen Objektiven hilfreich zur Seite. Andere Hersteller bauen den Stabilisator in ihre Objektive ein. Dann steht einem diese Hilfe natürlich nur mit den entsprechenden Objektiven zur Verfügung. Einige Hersteller empfehlen bei Stativaufnahmen den Bildstabilisator abzuschalten. Das sollte jeder für seine Kamera selber herausfinden. Ich habe bei Testaufnahmen vom Stativ mit meiner E-30 keinen negativen Einfluss des Stabilisators festgestellt. Deshalb lasse ich ihn stets eingeschaltet. So steht er mir immer zur Verfügung.

Wo wir gerade über Objektive reden. Welche Objektive bzw. Brennweiten sind auf Reisen notwendig / sinnvoll. Ein Freund sagte mir einmal, zur Not kommst Du mit zwei Objektiven, einem 28mm Objektiv für Landschaften sowie enge Gassen und Marktplätze und einem 85 mm Objektiv als Tele- bzw. Porträtobjektiv aus. Und in der Tat entstehen ca. 90 % meiner Aufnahmen mit Brennweiten zwischen 28 mm und 90 mm, wobei ich auf die Zwischenwerte natürlich nicht verzichten möchte. Bei 28 mm Brennweite halten sich auch die perspektivischen Verzerrungen noch in Grenzen. Daher ist ein Zoom mit einem Brennweitenbereich von 28 bis etwa 90 mm (bezogen aufs Vollformat, bei kleineren Sensoren den Umrechnungsfaktor nicht vergessen) als Standardobjektiv ideal. Für weite Landschaften oder wenn man das Hauptmotiv (z.B. eine Pflanze) in den Vordergrund setzen, die Umgebung aber mit einbeziehen möchte, bieten sich Brennweiten von 20 mm oder 24 mm an. Darüber hinaus habe ich meist noch ein 100 mm Makroobjektiv (entspricht 200 mm beim Vollformat) als Tele und für Makroaufnahmen dabei.
 

 


Weitwinkelobjektiv  (21 mm)             -             Standardzoom (ca. 90 mm)             -             Teleobjektiv (200 mm)


Übrigens, früher bevorzugten viele Fotografen Festbrennweiten, da diese qualitativ besser waren. Hochwertige Zoomobjektive liefern inzwischen eine bestechende Bildqualität. Objektive mit fester Brennweite werden heute vor allem eingesetzt, wenn es um besonders hohe Lichtstärke geht, im extremen Telebereich (z.B. 500 mm) oder bei der Makrofotografie. Ich schätze Zoomobjektive, da sie eine ganze Reihe von Festbrennweiten ersetzen und Gewicht und Umfang der Ausrüstung minimieren.

 

Wichtes Zubehör: 

Neben Kamera und Objektiven gibt es noch weiteres wichtiges Zubehör. Als erstes sei hier eine gute und robuste Tasche genannt. Der Markt bietet eine Vielzahl von Taschen an, so dass eine konkrete Empfehlung unmöglich ist. Wichtig ist, dass die  Tasche den Inhalt einigermaßen vor Regen schützt und die komplette Ausrüstung Platz findet. Am besten, Sie schleppen alles (Kamera, Objektive und Zubehör) zum Händler und probieren aus, ob auch alles hinein passt. So sollte z.B. noch Platz für Filter, Objektiv-Reinigungstücher, Staubpinsel, Ersatzakku, mehrere Speicherkarten und einen externen Blitz vorhanden sein. Ein Ersatzakku ist besonders wichtig, da der Akku immer im unpassendsten Moment leer und die nächste Steckdose weit entfernt ist. Und selbst wenn das Ladegerät und eine Steckdose in erreichbarer Nähe sind, dauert es Stunden, bis der Akku wieder voll ist. Sollte die Akkuleistung nachlassen und Sie haben keinen Ersatzakku zur Hand, schalten Sie den Autofokus ab. Dieser ist nämlich ein enormer Energiefresser. A propos Speicherkarten: ich habe sehr gute Erfahrungen mit Speicherkarten von SanDisk (Extreme III / IV) gemacht. Achten Sie aber darauf, dass Sie Originalkarten kaufen. Es gibt nämlich auch Fälschungen, die zu Lesefehlern neigen.

 

Bliebe da noch das Stativ. Immer zu groß und zu schwer, aber nie stabil genug. Ein guter Kompromiss sind Karbonstative. Sicher nicht ganz billig, dafür bieten sie aber eine brauchbare Stabilität und sind verhältnismäßig leicht. Das schlechteste Stativ ist jenes, welches aufgrund seines Gewichtes zu Hause bleibt. Einbeinstative wären noch eine Alternative. Ich konnte mich aber damit nie recht anfreunden.  

Braucht man eigentlich Filter und wenn ja, welche? Ich muss zugeben, dass ich kein großer Freund von Filtern bin. Die Objektivhersteller geben sich die größte Mühe ihre Objektive optimal zu berechnen, eliminieren weitestgehend optische Fehler und wir Anwender schrauben ihnen dann später eine »Scherbe« in den Strahlengang. Die Begeisterung können Sie sich vorstellen! Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er einen Filter als Schutz für die Frontlinse benutzen möchte. In salziger Seeluft oder bei Wind in sandiger Umgebung ist ein solcher Schutz sicher sinnvoll. Ansonsten verzichte ich darauf. Als Schutz gegen unerwünschte UV-Strahlung sind Filter bei vergüteten Objektiven jedenfalls nicht mehr nötig. Gelegentlich setze ich allerdings zur Intensivierung des Himmelsblaus oder zur Reduzierung unerwünschter Reflexe einen Polfilter ein. Wenn Sie sich zum Einsatz von Filtern entscheiden, dann kaufen Sie nur hochwertige, mehrfach vergütete Filter. Das sind die besten.
  

Ein Thema, das nur bedingt mit der Ausrüstung zu tun hat, ist die Frage, ob man seine Bilder im RAW oder JPEG-Format aufzeichnet. Bilder, die im RAW-Format aufgenommen werden, benötigen sehr viel mehr Speicherplatz und müssen noch am PC mit einem Konverter  »entwickelt« werden. Hierbei hat man allerdings eine Menge Einflussmöglichkeiten und Fehler bei der Aufnahme lassen sich leichter ausbügeln. So ist es z.B. möglich, nachträglich Einfluss auf den Weißabgleich zu nehmen. Auch Aufnahmen mit zu großem Kontrastumfang lassen sich besser retten. Häufig erzielt man auch eine bessere Schärfe. Dies hängt allerdings vom Hersteller der Kamera ab. Bei meinen Olympus Kameras kann ich keinen Unterschied in der Schärfe feststellen, egal ob ich die Bilder im RAW- oder im JPEG-Format (geringste Komprimierung) aufgenommen habe. Deshalb verwende ich das RAW-Format nur bei Aufnahmen mit sehr hohen Kontrasten. Wenn man das das JPEG-Format verwendet, muss man allerdings die kamerainternen Einstellungen optimieren, da die Aufnahmen sonst etwas weich wirken. Weißabgleich auf AUTO, Farben neutral und Schärfe und Kontrast auf +1 liefern mir für meinen Geschmack die besten Ergebnisse.
  



 

Motivsuche und Bildgestaltung 

In fremden Ländern bieten sich einem so viele neue Eindrücke, dass man am liebsten alles im Bild festhalten möchte. Das führt leicht zu einer Flut von mittelmäßigen Bildern. Wenn Sie glauben ein schönes Motiv entdeckt zu haben, nehmen Sie sich etwas Zeit und überlegen, was Sie an diesem Motiv besonders fasziniert. Ein Beispiel: Sie möchten eine bestimmte Brücke fotografieren. Ist es die extreme Spannweite der Brücke, die Tiefe der Schlucht, die sie überbrückt oder  die besondere Konstruktion, die Sie anspricht? Wenn Sie sich darüber im Klaren sind, überlegen Sie, von welchem Standort aus diese Eigenschaft am besten zur Geltung kommt. Wenn Sie dann noch auf das richtige Licht warten, wird Ihnen sicher ein besonders Foto gelingen. 
 

Hier noch einige Tipps zur Bildgestaltung: Wählen Sie den Bildausschnitt so, dass möglichst nur motivrelevante Bereiche abgebildet werden. Unnötige oder störende Bildelemente lenken den Betrachter nur ab. Denken Sie immer daran: ein Maler würde ja auch keine unnötigen Dinge malen. Auch das Bildformat ist von entscheidender Bedeutung. Da die menschliche Sehweise eher dem Querformat entspricht, ist dies auch in vielen Fällen das richtige Format. Wollen Sie hingegen die Höhe der Klippen an einer felsigen Küste zum Ausdruck bringen, wird das Hochformat die gewünschte Bildaussage sicher besser unterstützten. Sehr wichtig ist die Flächenaufteilung. Bilder, bei denen das Hauptmotiv oder der Horizont in der Bildmitte liegen, wirken eher langweilig. Es gibt eine Regel, die als  »Goldener Schnitt« bezeichnet wird. Hierbei teilt man das Bild horizontal und vertikal in drei Teile und platziert das Hauptmotiv annähernd in einem der Schnittpunkte.



 


Bildaufteilung nach dem Goldenen Schnitt

 
Bilder, die nach dem »Goldenen Schnitt« aufgebaut sind, wirken in der Regel recht harmonisch. Ich lege den Horizont gerne etwas tiefer, wodurch die Spannung im Bild noch erhöht wird.

Jedem dürfte klar sein: Landschaften, Städte, Bauwerke, etc. sind dreidimensional. Auch der Mensch sieht dreidimensional, Bilder sind aber zweidimensionale Objekte. Auf Ihren Fotos fehlt später also die dritte Dimension. Deshalb muss man versuchen, dem Betrachter der Bilder eine gewisse Tiefenwirkung zu vermitteln. Ich habe mal gelesen: »Bilder sollten einen Vordergrund, einen Mittelgrund und einen Hintergrund; vor allem aber überhaupt einen Grund haben«. Nun lässt sich diese Staffelung in drei Ebenen nicht immer erreichen, aber zwei Ebenen (Vordergrund + Hauptmotiv oder Hauptmotiv + Hintergrund) sollten möglichst vorhanden sein. Auch Linien, die in die Ferne führen, vermitteln eine gewisse Tiefenwirkung.




Bild mit Tiefenwirkung 

 


Ein Schiff am Horizont wäre bei diesem Bild natürlich noch das i-Tüpfelchen gewesen. Ausdrucksstarke Bilder leben aber auch von Kontrasten. Ein gewisser Hell- Dunkelkontrast ist bei diesem Bild bereits erkennbar. Sehr wirkungsvoll machen sich aber auch Farbkontraste. Hier sind besonders die Komplementärfarben zu nennen, also Farben, die im Farbkreis gegenüber liegen.




Vereinfachter Farbkreis mit sechs Farben 





Die Komplementärfarben Blau und Gelb bestimmen das Bild 





Motivbereiche im Einzelnen:

 - Landschaften fotografieren

Beeindruckende Landschaften sind gewaltig und man erlebt sie mit allen seinen Sinnen. Wir haben die Landschaft nicht nur vor Augen, sondern wir hören z.B. das Rauschen des Meeres, wir riechen die nach Seetang duftende Luft, wir schmecken das Salz auf den Lippen und wir fühlen den kühlenden Seewind im Gesicht. Mehr noch, wir erleben eine uns faszinierende Landschaft aus einer bestimmten Stimmung heraus. Das fertige Bild kann nur den Sehsinn des Betrachters ansprechen und muss doch all die Eindrücke, die wir vor Ort hatten, vermitteln. Eine fast unmögliche Aufgabe. Wenn aber der Betrachter auch nur einige dieser Eindrücke beim Betrachten des Bildes spürt, dann ist Ihnen ein gutes, ja ein besonderes Bild gelungen.

Überlegen Sie auch bei Landschaftsaufnahmen, was sie besonders fasziniert und halten Sie dann Ausschau nach dem Aufnahmestandort, von dem aus der Charakter der Landschaft am besten zur Geltung kommt. Beeindruckt Sie z.B. die Weite und Stille einer Landschaft, verwenden Sie ein Weitwinkelobjektiv und machen Sie die Aufnahme in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, wo man dem Bild die Stille geradezu »ansehen« kann. 

   
 

Abendstimmung in Dänemark
 


Ohnehin sind Landschaften im Morgen- oder Abendlicht häufig eindrucksvoller zu fotografieren. Das Licht ist wärmer und nicht ganz so hart und die Schatten sind ausgeprägter als zur Mittagszeit. Aber auch dann lohnt es sich noch ein wenig zu warten. Oft ändert sich die Lichtstimmung innerhalb weniger Minuten und obwohl man dachte, das Bild bereits im Kasten zu haben, steht man plötzlich vor einem noch eindrucksvolleren Motiv. Diese Erfahrung habe ich besonders bei und nach Sonnenuntergängen gemacht. 

   
 

Aufgenommen einige Minuten nach dem Sonnenuntergang
 



Ich schrieb ja schon einmal, dass man auf den richtigen Moment oft stundenlang warten muss. Recht hilfreich ist es in diesem Zusammenhand, wenn man die Landschaft erst einmal erkundet und nach Motiven Ausschau hält, ohne zu fotografieren. (Natürlich sollten Sie die Kamera dabei haben, damit Sie keine einmalige Gelegenheit verpassen). Mithilfe einer Landkarte und eines Kompasses, um den richtigen Sonnenstand zu ermitteln,  lässt sich dann ein Terminplan für die kommenden Tage erstellen. Klingt aufwändig, spart letztlich aber Zeit und zahlt sich aus.


Gute Landschaftsfotos entstehen natürlich nicht nur bei Sonnenschein. Rückseitenwetter, wo Schauer und Trockenphasen abwechseln, oder auch Gewitter können dramatische Lichtstimmungen erzeugen und zu einzigartigen Bildern führen. Natürlich muss man seine Ausrüstung vor Nässe schützen, aber zwischen den Schauern oder von einem Unterstand aus, sollte man ruhig mal zur Kamera greifen.  

Auch wenn bei der digitalen Fotografie falsch belichtete Bilder häufig noch zu retten sind, (über- oder unterbelichtete Dias konnte man meist wegwerfen) sollte man im Interesse einer optimalen Weiterverarbeitung Wert auf eine korrekte Belichtung legen. In den meisten Fällen sorgt der eingebaute Belichtungsmesser auch für gute Ergebnisse und anders als zu analogen Zeiten, wo man das Desaster erst nach der Entwicklung der Filme sah, kann man jetzt das Ergebnis sofort auf dem Display begutachten. Der digitalen Fotografie sei Dank! Sind leichte Fehlbelichtungen noch tolerierbar, da sie später am PC korrigiert werden können, sind grob fehlbelichtete Bilder sofort erkennbar und sollten wiederholt werden. Weshalb erwähne ich das hier?
Gerade bei Landschaftsaufnahmen können Fehlbelichtungen auftreten. Die Belichtungsmesser sind nämlich auf ein mittleres Grau geeicht, Landschaften aber entsprechen selten diesem Farbton. Insbesondere Schnee- und Wüstenlandschaften mit hellem Sand, aber auch Gegenlichtaufnahmen irritieren den Belichtungsmesser. In solchen Fällen muss man die Belichtung um eine halbe bis eine Blende (+ ½  bis +1) korrigieren. Bitte nicht vergessen, die Belichtungskorrektur anschließend wieder rückgängig zu machen. Sonst wundert man sich später über zu helle Aufnahmen (ist mir auch schon passiert). 
  


   
 

Aufgenommen mit Belichtungskorrektur +0,7 LW
 





 - Städte & Bauwerke fotografieren

Zu einer guten Reisefotografie gehört,  dass Sie die Besonderheiten eines Landes im Bild festhalten. Neben den Landschaften, sind es oft Bauwerke, die zu diesen 'Besonderheiten ' zählen.


 


Der Philae Tempel - auch Isis Tempel genannt (Ägypten)
 



Auch bei der Fotografie von Städten und Bauwerken ist die richtige Tageszeit und damit ein günstiger Sonnenstand entscheidend. Allerdings will ich an dieser Stelle nicht alles wiederholen, was ich bereits im Kapitel »Landschaften fotografieren« erörtert habe.


 

Statue Ramses II. und seiner Tochter Merit-Amun im Tempel von Karnak (Ägypten)
 




Einige Besonderheiten sind allerdings auch hier zu beachten. Insbesondere bei größeren Gebäuden fotografiert man leicht von unten nach oben, was zu perspektivischen Verzerrungen führt. Eigentlich parallele senkrechte Linien haben die Tendenz sich nach oben hin anzunähern. Man spricht hier von »stürzenden Linien«. Diesem Problem kann man auf verschiedene Weise begegnen.  Am besten ist es, wenn man einen Standpunkt in halber Höhe des zu fotografierenden Gebäudes einnehmen kann. Vielleicht befindet sich gegenüber ein anderes Gebäude und man kann von dort aus seine Aufnahme machen kann. Öffentliche Gebäude (z.B. ein Parkhaus) sind da ideal. Geht das nicht, kann man versuchen aus größerem Abstand und mit einer längeren Brennweite zu fotografieren. Dann muss die Kamera nicht ganz so stark nach oben gekippt werden. Letzte Möglichkeit wäre, die perspektivischen Verzerrungen später am PC wieder auszugleichen. Zu den Möglichkeiten später mehr im Kapitel » Nach- bearbeitung der Bilder am PC«. Für Stadtpanoramen sucht man sich ohnehin am Besten einen erhöhten Standort. Aussichts- oder Kirchtürme bieten sich hierzu an. 



 

Stürzende Linien (in diesem Fall allerdings bewusst als Stilmittel eingesetzt)
 


Wie sieht es eigentlich mit den rechtlichen Aspekten aus?  Ich bin zwar kein Jurist, aber soweit ich informiert bin, dürfen Gegenstände, dazu gehören auch Gebäude, in Deutschland in den meisten Fällen fotografiert und die Bilder veröffentlicht werden, solange dies nicht kommerziell geschieht. Ausnahme: Sie befinden sich auf dem Grundstück oder im Gebäude. Hier hat der Besitzer das Hausrecht und kann darüber entscheiden, ob fotografiert werden darf oder nicht. Bisher hatte ich diesbezüglich aber noch nie Probleme. Ich bestehe allerdings auch nicht auf »mein Recht«. Wenn ein Hausbesitzer nicht möchte, dass ich sein Haus und Anwesen ablichte, so verzichte ich darauf. Möglicherweise steht ja auch die Sorge dahinter, dass die Bilder missbraucht werden könnten, z.B. um herauszufinden, wie man dort am besten einbrechen kann. 


 

Fachwerkhaus in Dänemark 



In anderen Ländern herrschen andere Gesetze und die Missachtung kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass Sie im Gefängnis landen. In vielen Ländern ist es
z. B. streng verboten, militärische Anlagen aber auch Hafenanlagen oder ähnliche Bereiche zu fotografieren.

Befinden sich Personen mit auf dem Bild, sieht die Sache ebenfalls ganz anders aus. Sind die Personen eindeutig erkennbar, muss man deren Einverständnis einholen, um sich nicht strafbar zu machen. Die Gesetzgebung wurde diesbezüglich erst kürzlich verschärft. Aber es gibt Ausnahmen: Möchten Sie beispielsweise ein Bild vom Kölner Dom machen, so wird es sich kaum vermeiden lassen, dass sich doch einige Personen auf dem Domplatz befinden. In diesem Fall sagt die Gesetzgebung, sind die Personen nur Beiwerk und nicht Bild bestimmend. Ohne die abgebildeten Menschen würde das Motiv nicht entscheidend verändert werden. Möchte ich hingegen eine belebte Strasse oder einen Markt fotografieren, sind die Personen für das Motiv natürlich mit entscheidend. Ließe man sie weg, ergäbe sich ein ganz anderes Bild. Hier kommt es sicher darauf an, ob eine beliebige Menschenmenge abgebildet ist, oder ob die Frau am Marktstand das Bild ganz entscheidend mit prägt. In dem Fall sollte man unbedingt um das Einverständnis bitten. Hierbei genügt es übrigens nicht, zu fragen, ob man ein Foto machen darf, sondern muss auch darauf hinweisen, dass man das Bild beispielsweise auf seiner Homepage veröffentlichen oder bei einer Ausstellung zeigen möchte. (Alle rechtlichen Angaben ohne Gewähr!). 



 - Personen fotografieren 

Und schon sind wir mittendrin in den Problemen, die sich bei der Personenfotografie ergeben. Ist die abgebildete Person nicht nur Beiwerk (s.o.), sondern Hauptmotiv, ist auf jeden Fall eine Einverständniserklärung, am besten schriftlich, erforderlich. Gesetzlich geregelt ist dies im Urheberrecht, insbesondere in den §§ 22,23 und 33:
 

§ 22
[Recht am eigenen Bilde]

Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, dass er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. Nach dem Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von 10 Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten und, wenn weder ein Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten.

§ 23
[Ausnahmen zu § 22]

(1) Ohne die nach §22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:
  1. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
  2. Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
  3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
  4. Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.
(2) Die Befugnis erstreckt sich jedoch nicht auf eine Verbreitung und Schaustellung, durch die ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten oder, falls dieser verstorben ist, seiner Angehörigen verletzt wird.

§ 33
[Strafvorschrift]

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer entgegen den §§22,23 ein Bildnis verbreitet oder öffentlich zur Schau stellt. (2) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt.  


Na endlich versteht man die Juristen einmal! Also, haben Sie jemandem Geld dafür bezahlt, dass er sich ablichten ließ, so dürfen Sie im Prinzip das Bild veröffentlichen, es sei denn, dass ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten verletzt wird. Also doch lieber fragen!

Interessanter sind die Ausnahmen: Personen im Sinne der Zeitgeschichte sind Prominente. Die darf man also fotografieren und die Aufnahmen veröffentlichen? Im Prinzip wohl ja, aber gerade hier hat es schon viel Ärger und juristische Auseinandersetzungen gegeben. Lichten Sie z.B. einen bekannten Politiker während einer Wahlrede ab, ist das sicher in Ordnung. Erwischen Sie ihn hingegen mit Ihrer Kamera beim Einkaufen, dann wieder nicht. Hier wird die Verletzung der Privatsphäre höher eingestuft. Also auch hier ist es wieder besser zu fragen.
Die Sache mit den Personen als Beiwerk hatten wir ja schon (s. Städtefotografie). Richtig interessant wird es bei Ausnahme Nr. 4: Bildnisse …, sofern die Verbreitung einem höheren Interesse der Kunst dient. Na super, hierüber lässt sich sicher trefflich streiten! Hilft also auch nicht wirklich weiter. Bleibt wieder nur, die Einverständniserklärung einzuholen. Die Einschränkung mit der Verletzung eines berechtigten Interesses des Abgebildeten gilt übrigens immer und bedeutet insbesondere, dass die Personen nicht in diffamierender oder für die Person oder deren Angehörige schädigender Weise dargestellt sein dürfen. (Alle rechtlichen Angaben wieder ohne Gewähr!).
 

Aber verlassen wir den juristischen Bereich. Gute Personenfotos gelingen ohnehin nur, wenn man mit den Menschen kommuniziert und Sie ihnen Ihre Absicht vorher mitteilen. Denn nicht immer möchte man ein Format füllendes Porträt haben. Reizvoll sind auch Bilder, die Menschen in einer Alltagssituation darstellen, z.B. die bereits erwähnte Verkäuferin am Marktstand. Am besten machen Sie mehrere Aufnahmen, während die Person ihrer Arbeit nachgeht. Für Porträts verwenden Sie möglichst eine längere Brennweite (um 100 mm) und weiches Licht. Bedeckter Himmel ist hierbei besser als grelles Sonnenlicht, welches die Person blenden könnte. Durch das leichte Teleobjektiv müssen Sie den Menschen nicht so sehr auf die Pelle rücken und der Hintergrund löst sich eher in Unschärfe auf.
   






 - Tiere fotografieren 

Wildtiere gut zu fotografieren ist aufwändig und mühsam und ich muss zugeben, dass ich den Schwerpunkt bei meiner Reisefotografie nicht auf die Tierfotografie lege. Zweifellos ein faszinierender Bereich, mir aber zu mühsam. Deshalb kann ich auch nicht allzu viel dazu sagen. Aus fotografischer Sicht gibt es zwei Arten von (problematischen) Wildtieren: scheue Tiere und gefährliche Tiere. Beiden sollte man, allerdings aus unterschiedlichen Gründen, nicht zu nahe kommen. Das bedeutet andererseits, dass man meist sehr lange Brennweiten  (300 – 600 mm) verwenden muss, um brauchbare, sprich Format füllende Tierfotos zu bekommen. Vor allem aber benötigt man viel Zeit und Geduld, beides habe ich auf Reisen eher selten. Wer wirklich gute Ergebnisse erzielen will, benötigt ein Tarnzelt und muss, oft bei eisiger Kälte oder brütender Hitze, stundenlang ansitzen.


 

Straußenpaar mit Jungen (freilebende Tiere) 



 

Pelikan (leider nicht freilebend) 





Wesentlich einfacher ist es hingegen, Haustiere und Nutztiere zu fotografieren, z.B. eine Herde von Schafen oder Ziegen. Und das gehört natürlich auch zur Reisefotografie dazu. 





 - Kleine Objekte fotografieren 

Auf Reisen kommt es immer mal wieder vor, dass man kleine Objekte (z.B. Insekten) groß ablichten möchte. Diese Art der Fotografie wird als Nah- oder Makro- fotografie bezeichnet. Makro heißt eigentlich groß, man muss den Begriff jedoch in Relation zur Mikrofotografie setzen, wo man mittels eines Adapters die Kamera ans Mikroskop setzt und wirklich kleine Objekte fotografiert.

Wann aber handelt es sich um Makrofotografie? Hier spielt der Abbildungsmaßstab eine entscheidende Rolle. Liegt dieser etwa zwischen 1:10 und 10:1 spricht man von Makofotografie.





Wipfel-Stachelwanze (Körperlänge ca. 15 mm) 


Was bedeutet das nun konkret?  Ein Beispiel: Ist mein Motiv (z.B. ein Insekt) etwa 24 x 36 mm groß und man bildet dieses mit einer Kleinbildkamera mit Vollformat- sensor Format füllend ab, so hätten wir einen Abbildungsmaßstab von 1:1. Nun kann man mit den meisten Objektiven aber leider nicht so nah an seine Motive herangehen, dass die erforderliche Abbildungsgröße erreicht  wird. Selbst mit Objektiven, die das Wort ’Makro’ im Namen tragen, erreicht man oft nur einen Abbildungsmaßstab von 1:4, d.h. das Insekt in meinem Beispiel würde nur in einer Größe von 6 x 9 mm abgebildet werden. Hier helfen Vorsatzlinsen, die wie ein Filter vor das Objektiv geschraubt werden oder Zwischenringe, die man zwischen Kamera und Objektiv montiert, den Abbildungsmaßstab zu vergrößern.





Sigma: MACRO 105 mm 1:2,8 EX DG



Am besten ist es jedoch, man verwendet echte Makroobjektive (s.oben). Mit diesen lässt sich ein Abbildungsmaßstab bis 1:1 erreichen. Je größer der Maßstab wird, desto geringer ist allerdings die Schärfentiefe, so dass man stark abblenden muss. Die Benutzung eines Stativs wird dann häufig erforderlich. Makroobjektive können übrigens nicht nur im Nahbereich eingesetzt werden. Ich verwende das oben abgebildete Sigma auch als Teleobjektiv, wobei es sich durch eine hervorragende Abbildungsqualität auszeichnet.